Liebe, die erwidert wird, ist das schönste, was meiner Meinung nach einem Menschen passieren kann. Es ist dieses Gefühl, dass man nichts anderes benötigt, dass alles unwichtig erscheint, so lange man nur zusammen sein kann.
Und unerwiderte Liebe... Nunja. Es ist vielleicht schlimmer, wenn man selbst liebt, aber nicht weiß, ob man geliebt wird, wenn die Fragen einen jeden Moment quälen, einem einfach nicht aus dem Kopf gehen.
Aber auch bewusste unerwiderte Liebe kann so grausam sein.
Zu wissen, dass man nicht geliebt wird und gleichzeitig auch zu wissen, dass man selbst dieses Gefühl nicht unterdrücken kann, dass dieses Gefühl so präsent ist, aber doch so hoffnunglos... Ich finde, das ist das grausamste, was einem Menschen wiederfahren kann.
Denn selbst, wenn man weiß, dass man keine Chancen hat, dass einfach keine Hoffnung besteht, kann man seine eigenen Gefühle nicht unterdrücken, sie existieren, sie sind da. Und scheinbar nichts kann sie aufhalten.
Es ist ein Gefühl, als würde man von innen her zerrissen.
Man soll die Hoffnung nicht aufgeben... Doch ist dies ein Zustand, bei welchem man die Hoffnung aufgeben muss, damit man nicht weiter von innen her zerrissen wird, damit man selbst nicht noch mehr leidet. Man muss vergessen. Aber vergessen scheint oft so schwer. Besonders wenn man ein Mensch ist, der eigentlich nie die Hoffnung aufgibt. Der an Utopien glaubt. Und davon überzeugt ist, dass diese möglich sind und dafür kämpft. Solch einem Menschen kann man nicht einfach sagen, gib auf. Denn es liegt in seiner Natur niemals aufzugeben. Dieser Mensch ist naiv, ja. Er wird alles versuchen um das Glück zu erreichen. Weil er eben nie die Hoffnung aufgibt.
Doch.
Selbst bei solch einem Menschen tritt irgendwann die Erkenntnis ein, dass es nicht weitergeht. Das ein Schritt zurück nicht gleichbedeutend mit Rückschritt ist. Sondern, dass dieser Schritt vielmehr neue Wege eröffnet. Aber dennoch. Von der Erkenntnis, bis zur Umsetzung dauert. Dauert lange. Und es ist häufig der Fall, dass es ein Schritt ist, den er nicht alleine gehen kann. Er braucht jemanden, der ihn an die Hand nimmt und den Weg entlang begleitet.
Ich war schon einmal an diesem Punkt. Vielleicht waren die Umstände anders, aber das Gefühl war gleich. Ich habe geliebt. Wirklich geliebt. Und es war hoffnungslos. Und es tat weh.
Doch dann kam er. Vielleicht war es egoistisch. Am Anfang. Und ja, ich habe manchmal zurück geblickt. Am Anfang. Ich war unsicher auf dem Weg. Doch ich wurde sicherer, wusste, dass es der richtige Weg ist. Vielleicht war es nicht richtig. Weil ich mich emotional einfach zu sehr auf diesen Menschen, der mich den neuen Weg entlang führt, eingelassen habe. Vielleicht hätte ich warten sollen. Aber ich bereue es nicht, den Weg gegangen zu sein. Denn auch wenn er am Anfang noch parallel lief, er hat sich auf seine eigene Art und Weise weiterentwickelt. Und es war so schön.
Aber jetzt. Jetzt bin ich wieder an diesem Punkt. Und es tut weh.
Doch es ist weniger die Tatsache, dass ich an diesem Punkt bin, die weh tut, sondern vielmehr, dass ich innerhalb doch relativ kurzer Zeit, die gleichen Schläge in die Fresse bekomme.
Es frustriert. Und es ist grausam. Innerhalb von weniger als zwei Jahren, zweimal in diesen emotionalen Zustand versetzt zu werden... Und dann die Fragen. Warum es so ist. Warum es scheinbar immer wieder passiert. Liegt es an mir? Bin ich nicht stark genug? Empfinde ich einfach zu heftig? Ich weiß es nicht.
Ich will doch einfach nur glücklich sein. Ich will nicht mehr dieses Gefühl haben, dass es mich von innen zerreißt. Ich will lieben. Und endlich auch geliebt werden. Und nicht im Jahrestakt an diesen Punkt zurückgeschleudert werden. Was mach ich nur falsch? was verdammt noch mal geht jedes Mal schief? Warum kann ich nicht einfach geliebt werden?
Warum muss es immer so hoffnungslos sein? Warum?